Die Geschichte des FCK   

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Die Geschichte des Chemnitzer FC ist eine sehr bewegte. Nach seiner Gründung am 15.01.1966 und der Meisterschaft im Jahr 1967 gehörte der FC Karl-Marx-Stadt trotz einer Saison in der Zweitklassigkeit stets zu den Konstanten im DDR-Fußball und galt in seiner Festung Fischerwiese als ungemein heimstark. Angetrieben von den Massen im Stadion ließ sich die Mannschaft selten die Butter vom Brot nehmen. Gegen Spitzenteams wie Magdeburg, BFC oder den alten Erzrivalen aus Aue wuchsen die Jungs oft über sich hinaus, lieferten denkwürdige Schlachten ab. Viele große Fußballer trugen das himmelblaue Trikot. Namen wie Dieter Erler, „Matz“ Vogel, Frank Sorge, Joachim Müller, Jürgen Bähringer, oder Rico Steinmann sind auch heute noch in aller Munde.

Dennoch war der Gewinn der 67’er Meisterschaft der einzige Erfolg für sehr lange Zeit. Bis Ende der 80er Jahre bewegte sich der FCK trotz vereinzelter Achtungserfolge und hoffnungsvoller Ansätze immer im Mittelfeld der Liga. Erst unter Trainer Hans Meyer, der im Jahr 1988 Heinz Werner ablöste, gelang der Sprung nach oben. Unter Hans Meyer erreichte der mit vielen jungen Spielern gespickte Club 1989 die Bronzemedaille und im Jahr darauf die viel umjubelte Vizemeisterschaft. Punktgleich hinter Dynamo Dresden. Und auch im Europapokal machte man in dieser Zeit auf sich aufmerksam. Unvergessen werden wohl das grandiose Heimspiel gegen den FC Sion und die legendäre Nebelschlacht von Turin bleiben.

Als einer der wenigen Ostvereine rettete der im Sommer 1990 neu gegründete Chemnitzer FC diese erfolgreiche Mannschaft über die Wendezeit und galt in der letzten Oberliga-Spielzeit 90/91 als haushoher Favorit. Doch die Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Schnell war klar, dass der CFC das Ziel 1. Bundesliga deutlich verfehlen würde. Die Ränge im durch die Wendezeit und den Umzug ins Sportforum ohnehin schon stark gelichteten Stadion leerten sich weiter. Am Ende qualifizierte sich der Club für die zweite Bundesliga und etablierte sich dort fest im Mittelfeld.

Nach dem verlorenen Pokalhalbfinale gegen die unterklassigen Amateure von Hertha BSC im Jahr 1993 wurde Hans Meyer von der unzufriedenen Vereins-führung entlassen. Für viele langjährige Anhänger einer der größten Fehler der Vereinsgeschichte. Reinhard Häfner übernahm den Trainerposten. Drei Jahre später stieg der Chemnitzer FC in die Regionalliga ab. Zwar verfügte der CFC mit Torsten Gütschow, Henri Fuchs oder Goran Milanko über starke Spieler, doch eine wirkliche Mannschaft stand zu keiner Zeit auf dem Platz. Es regierten Eitelkeiten und Mimosen. Gegen diese charakterlichen Unsitten fand Reinhard Häfner keine Mittel. Die Sportstadt Chemnitz stand unter Schock. Hatte mancher kurz vor der Winterpause noch vom Rennen um den Aufstieg geträumt, musste er sich nun mit der Drittklassigkeit abfinden. Der jahrelange Nachwuchs-coach Christoph Franke wurde neuer Trainer.

Nach dem Abstieg zog der Chemnitzer FC wieder in sein altes Stadion an der Gellertstraße und durfte bei den Derbys gegen die alten Bekannten aus der gemeinsamen DDR-Oberligazeit stets viele Zuschauer begrüßen. Von schweren Geldsorgen geplagt, war an einen sofortigen Wiederaufstieg aber nicht zu denken. Erst nach einer grundlegenden Sanierung und der Rückbesinnung auf eigene Stärken und Eigengewächse gelang dem Club in der Saison 98/99 die spektakuläre Rückkehr in den deutschen Profifußball. Dabei schrieb der CFC Geschichte. Dank des erfahrenen Abwehrbollwerks und dem überragenden Antonio Ananiev im Tor blieb man rekordverdächtig über 1.000 Minuten ohne Gegentor. Nach der gewonnenen Nordost-Meisterschaft setzte man sich in der Relegation gegen den Nord-Meister aus Osnabrück in zwei Herzschlagspielen durch. Der CFC war wieder da!

In Chemnitz herrschte Fußballeuphorie. Stadt und Sponsoren stellten Mittel bereit, um das alte Stadion auf dem Sonnenberg zweitligatauglich zu machen. Auch die Fans packten mit an, zupften das Grünzeug von den Traversen, installierten die neue Anzeigetafel und entrosteten die Zäune. Schon der Start in die neue Zweitligasaison gelang prächtig. Bundesligaabsteiger Mönchengladbach wurde vor ausverkauftem Haus mit 2:0 geschlagen. Auch in der restlichen Saison präsentierte sich der CFC für einen Aufsteiger ansehnlich. Dennoch gelang der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag gegen die Berliner Tennisborussen. Das abenteuerliche erste Jahr in der zweiten Liga hatte der Club überstanden.

Doch schon kurz nach Beginn der Sommerpause brodelte es heftig hinter den Türen des Vereins. Zerfressen von vereinsinternen Querelen, verfehlter Einkaufspolitik und belastet durch einen aufgeblähten und unzufriedenen Kader begann der Absturz schon mit Saisonbeginn. Christoph Franke wurde entlassen. Danach gaben sich die Trainer die Klinke in die Hand. Schon früh war klar, dass der CFC in dieser Liga nichts zu bestellen hatte. Die Vorbereitungen für die neue Regionalligasaison konnten schon in der Winterpause beginnen. Als einer der schlechtesten Absteiger aller Zeiten verabschiedete sich der Chemnitzer FC aus Liga 2.

Nach zwei durchwachsenen Spielzeiten, immer wieder aufkommender Geldnot und beständiger vereinsinterner Streiterei wurde bald auch dem letzten Optimisten klar, dass sich der CFC auf sehr dünnem Eis bewegte und Gefahr lief, einzubrechen. Doch scheinbar war der Club unfähig, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Hatte man 2004 und 2005 den Klassenerhalt noch mehr als glücklich geschafft, gab es in der Saison 05/06 kein Entrinnen vor dem Abstiegsgespenst mehr. Der ehemals beste sächsische Verein stand vor dem Scherbenhaufen seiner 40jährigen Geschichte. Weit abgehängt von alten Rivalen versank der Club ins Niemandsland des deutschen Fußballs, in die Oberliga.

Doch wie viel Tode sind Verein und Fans nicht schon alles gestorben, wie oft träumten alte Gegner, auf unserem Grab zu tanzen? Der CFC ist noch immer da und hat mit seiner ersten Spielzeit in der vierten Liga ein mehr als deutliches Lebenszeichen abgeliefert. Mit vielen jungen Spielern aus dem Nachwuchsbereich hielt der Club das Aufstiegsrennen bis zuletzt offen und kann durchaus stolz auf das Erreichte sein. Auch wenn es zum großen Wurf letztlich nicht gereicht hat. Mit dieser jungen Mannschaft und den vielen treuen Fans im Rücken ist ein wichtiger Grundstein für die Zukunft gelegt. Und wer weiß, vielleicht hat ja Chemnitz bald auch ein kleines „Sommermärchen“. Die Zeit dafür ist reif!

Bilder:
Wagner, Fuchs, FP-Archiv

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Die Gründung des FCK -Vorsitzender Werner Thomßen erhält Glückwünsche

 
Matz Vogel im Duell mit
Otto Fräßdorf

 
Medallienübergabe für den neuen Deutschen Fußballmeister der DDR

  
Titelseite Chemnitzer Blick vom 24-05.1967


Mittelfeldmotor Joachim Müller / 70er Jahre


FCK - Hansa 85/86
Matthias Birner

 
Torsten Gütschow 95/96


Schlagzeile des Jahres 1997


1999 - Der CFC ist Nordostmeister!


Christoph Franke - der Macher des Aufstiegs